
2025 hat der Alterspolitik im Kanton St. Gallen neuen Schwung verliehen: Strategien werden umgesetzt, regionale Prozesse konkretisiert und Pro Senectute bringt sich als massgebliche Fachorganisation aktiv und gestaltend ein.
Das Jahr 2025 war für die Alterspolitik im Kanton St. Gallen ein wichtiges Jahr. In verschiedenen Regionen und Gemeinden im ganzen Kanton haben konkrete Arbeiten zur Neujustierung der lokalen Alterspolitik begonnen. Damit ist Bewegung in ein Themenfeld gekommen, in dem in den vergangenen Jahren mit dem kantonalen Altersleitbild und dem Zielbild der Integrierten Angebotsgestaltung viel Vorarbeit geleistet wurde.
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Diese Entwicklung ist zu begrüssen. Sie zeigt, dass die zunehmende Bedeutung des Themas Alter erkannt und als gesellschaftliche Gestaltungsaufgabe verstanden wird. Pro Senectute Kanton St. Gallen konnte sich im Jahr 2025 als Fachorganisation und Grundversorger in einigen dieser Prozesse einbringen. In verschiedenen Regionen wurden wir in Arbeitsgruppen einbezogen, konnten fachliche Perspektiven einbringen und Erfahrungen aus der Praxis teilen. Diese Einbindung ist wichtig – denn Pro Senectute ist eine tragende Organisation im Altersbereich und verfügt über breit abgestütztes Wissen und langjährige Erfahrung in der Begleitung und in der Arbeit mit und für ältere Menschen in sehr unterschiedlichen Lebenssituationen.
Bedeutung der Grundversorgung im ambulanten Bereich
Gleichzeitig stellen wir fest, dass das Thema Alter in den Diskussionen noch immer primär mit Pflege, Krankheit und Gebrechlichkeit verbunden wird. Diese Sichtweise greift zu kurz. Sie blendet einen grossen Teil der Lebensrealität älterer Menschen aus und führt dazu, dass Lösungsansätze häufig zu spät ansetzen. Die aktuell angestrebten Modelle und Strukturen denken den ambulanten Bereich noch zu wenig mit. Nicht-medizinische und nicht pflegerische ambulante Leistungen geraten zu leicht aus dem Blick.
Dabei sind gerade diese Angebote von zentraler Bedeutung: die Unterstützung im Alltag, die Beratung in finanziellen und sozialen Fragen, die Förderung der sozialen Teilhabe und die Stärkung von Selbstständigkeit und Eigenverantwortung. Soziale Teilhabe ist eine wesentliche Voraussetzung für Lebensqualität, psychische Gesundheit und gesellschaftlichen Zusammenhalt. Auch die ambulante Versorgung jenseits von Pflege und Medizin leistet einen entscheidenden Beitrag dazu, dass Menschen möglichst lange selbstbestimmt in ihrem gewohnten Umfeld leben können.
Pro Senectute als prädestinierte Partnerin gerade in diesem Bereich
Vor diesem Hintergrund stellen sich zentrale Fragen, die uns auch über das Berichtsjahr hinaus beschäftigen werden: Wie können Pro Senectute und andere Fachorganisationen im ambulanten und sozialraumorientierten Bereich noch konsequenter in die alterspolitischen Prozesse einbezogen werden? Welche Rolle will die Politik diesen Organisationen künftig zugestehen – als punktuelle Leistungserbringer oder als mitgestaltende Partner in einer integrierten Altersversorgung?
Wir von Pro Senectute sind überzeugt, dass eine zukunftsfähige Alterspolitik nur dann gelingt, wenn sie den gesamten Lebensverlauf im Alter in den Blick nimmt. Ambulante, sich am Sozialraum orientierende und Soziale Teilhabe ermöglichende Angebote müssen systematisch mitgedacht werden. Pro Senectute Kanton St. Gallen wird sich deshalb auch weiterhin aktiv in diese Diskussionen einbringen. Und wir sind gewillt, in der Umsetzung der anstehenden Aufgaben einen bedeutenden Beitrag zu leisten.
Dank und Anerkennung
An dieser Stelle ist es mir wichtig, den vielen bei Pro Senectute engagierten oder mit ihr zusammenarbeitenden Menschen und Instanzen ganz herzlich zu danken. Dieser Dank gilt namentlich:
Renato ResegattiFür uns als anerkannter Leistungserbringer im Bereich der Altersarbeit stellt sich immer wieder die Frage: Wie müssen wir uns organisieren sowie unsere Abläufe und Prozesse gestalten, damit wir unsere Aufgaben möglichst effizient und wirkungsvoll erbringen können? Was hier also erfragt wird, ist alles, was sich im Hintergrund abspielt, bzw. wie wir aufgestellt sind, so dass Pro Senectute ihre Aufgabe wahrnehmen kann.
Die eigentliche Arbeit mit und für Seniorinnen und Senioren in jungem, mittlerem und hohem Alter geschieht vor Ort in den Regionen und durch unsere Regionalstellen. Deren Jahresberichte geben Auskunft über die Aktivitäten vor Ort.
Die erwähnten Fragestellungen aber prägten die Arbeit der kantonalen Geschäftsstelle sowie die Diskussionen in der Geschäftsleitung im vergangenen Jahr, beschäftigen uns weiterhin und sind Herausforderung auch für die kommenden Jahre.
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Wir stellen uns diesen Fragen, weil wir uns in einem lebhaften Umfeld weiterhin auf stabilem Grund bewegen wollen. Wir wollen nach Innen kosteneffizienter unterwegs bleiben, um nach Aussen in einer alternden Gesellschaft nachhaltige Wirkung zu erzielen. Die Sicherung der Finanzierung unserer Dienstleistungen wird anspruchsvoller. Zudem werden die an uns gestellten Erwartungen von Seiten der Kundinnen und Kunden wie auch von Gemeinden, Bund und Politik wachsen.
In den letzten beiden Jahren wurden auf diesem Weg wichtige Etappenziele erreicht. Wir konnten unser IT-System migrieren, so dass es nun ein stabiles Rückgrat für unsere Aktivitäten bildet. Weiter ist es gelungen, unser Finanz- und Rechnungswesen über alle Regionalstellen zu harmonisieren. Damit sind auch die Voraussetzungen geschaffen, damit im laufenden Jahr weitere Angleichungen angepackt und in Richtung einer umfassenden Kosten- und Leistungsrechnung weiterentwickelt werden können. Sodann wollen wir Doppel- und Mehrspurigkeiten zwischen den Regionalstellen erkennen und dort eliminieren, wo sie weder notwendig noch sinnvoll sind. Dabei ist nicht zu unterschätzen, dass es viel Energie aller Beteiligten braucht, um in gewachsenen Strukturen neue Pfade zu legen und diese nachhaltig zu sichern.
Netzwerkarbeit
Ein weiteres, wichtiges Element der Tätigkeiten auf Ebene der kantonalen Geschäftsstelle ist die Netzwerkarbeit. Wir sind mit unseren Partnern im Austausch auf kantonaler Ebene mit dem Ziel, dass auf regionaler Ebene die Zusammenarbeit gestärkt wird. In dieser Netzwerkarbeit mit allen relevanten Leistungserbringern im Bereich der Altersarbeit klären wir Haltungen, finden gemeinsame Standpunkte, vertreten diese nach Innen und Aussen sowie gegenüber Kanton und Gemeinden. In der Fachvereinigung Alter (FASG) finden sich Pro Senectute Kanton St. Gallen, Spitex SG I AR I AI, Curaviva St. Gallen und SRK Kanton St. Gallen zusammen. Die FASG unterhält eine enge Verbindung zur IG Alter, wo sich Mitglieder des Kantonsrates über Parteigrenzen hinweg für die Alterspolitik engagieren. Wir stehen in Austausch mit der Kantonsverwaltung sowohl im Sozial- wie auch im Gesundheitsdepartement. Pro Senectute Kanton St. Gallen pflegt auch die Zusammenarbeit mit Alzheimer St. Gallen und beider Appenzell. So konnten wir gemeinsam mit Pro Senectute Appenzell Ausserrhoden und Appenzell Innerrhoden im letzten Jahr eine Veranstaltung für die Mitarbeitenden unserer Infostellen Demenz und weitere Fachleute organisieren. Ebenfalls in den Leitungsorganen vertreten ist Pro Senectute bei der Ombudsstelle Alter und Behinderung (OSAB) oder der Stiftung Zeitvorsorge.
Information
Die kantonale Geschäftsstelle veröffentlicht mehrmals im Jahr einen Newsletter. Er beleuchtet vertieft Fragestellungen zum Alter, fordert die Leserinnen und Leser heraus, sich mit einer Thematik auseinanderzusetzen und setzt durch fundierte und ausführliche Information einen Kontrapunkt zum schnellen digitalen Konsum und Infotainment. Informieren will auch die digitale Plattform Infosenior von Pro Senectute Schweiz. Diese neue Plattform ist erfolgreich lanciert, doch auf Pro Senectute Kanton St. Gallen wartet noch viel Arbeit, um unsere Partner und andere relevante Dienstleister auf diese Informationsdrehscheibe bringen zu können. Einfacher war da der sanfte Relaunch unsere Webseite und die Dokumentation unserer Arbeit mit neuen Bildern. Damit sind wir technisch und visuell wieder aktuell.
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
Ohne Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wäre Pro Senectute nur ein Name. Über 100 Personen arbeiten in einer festen Anstellung für Pro Senectute Kanton St.Gallen. Erst aber die vielen Mitwirkenden im Sozialzeitengagement sowie Freiwillige machen möglich, was Pro Senectute für viele Menschen im Kurswesen, bei den Hilfen zu Hause oder in der Beratung so wertvoll macht. Wie immer wir unsere organisatorischen und prozessualen Rahmenbedingungen gestalten, müssen diese für unsere Mitarbeitenden jeglicher Art ein stimmiges Umfeld bieten. Nur so bleiben sie engagiert tätig mit und für Seniorinnen und Senioren im Kanton St. Gallen.
Christoph Hostettler
Vorsitzender der Geschäftsleitung
FASG & IG Alter
ALZ SG / beider Appenzell
OSAB
Zeitvorsorge
Spitex SG / AR / AI
Pro Senectute AR
Pro Senectute AI
Curaviva SG
SRK Kt. SG
Infosenior

| Betriebsertrag | 31.12.2025 | 31.12.2024 |
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| Spenden, Legate, Sammlungen | 1 371 983 | 1 327 666 |
| Total Betriebsertrag | 24 166 468 | 23 853 550 |





